Vergangene Aktionen und Beiträge

Hier veröffentlichen wir frühere Beiträge sowie Dokumentationen und weiterführende Informationen zu einigen unserer größeren Aktionen in der Vergangenheit.

Informationen zu aktuellen und zukünftigen Aktionen und Veranstaltungen finden sich auf der Seite Aktuelles.

Viele der kleineren Aktionen können wir nicht dokumentieren, weil wir dafür nicht die notwendigen Ressourcen haben.


Karlstorkino am 22.09.2020: Spielfilm „Die Piroge“

Der Spielfilm „Die Piroge“ läuft heute im Karlstorkino!

Di, 22.09.2020
19 Uhr

Anschließend an den Film wird es eine Podiumsdiskussion geben, wobei die Diskussion auch für alle Gäste geöffnet wird. In dem Drama geht es um die Fluchtgeschichte von 30 Personen über den Atlantik. Ihre Reise beginnt im Senegal und soll auf den Kanarischen Inseln beziehungsweise in verschiedenen europäischen Städten enden. Touré erzählt mit diesem Drama aus senegalesischer Sicht im nüchternen, aber respektvollen Stil die Geschichte tausender Menschen, die täglich in Einbaumbooten ihre Heimat verlassen müssen und veranschaulicht die Gefahren, auf welche sie sich einlassen. Die Veranstaltung mit anschließender Podiumsdiskussion findet im Saal des Karlstorbahnhofs statt.

Eingeladene Diskussionsgäste:

Prof. Dr. Havva Engin. Die Erziehungs- und Sprachwissenschaftlerin lehrt seit 2010 interkulturelle Pädagogik an der PH Heidelberg und leitet das Heidelberger Zentrum für Migrationsforschung und Transkulturelle Pädagogik (Hei-MaT). Aktuell ist sie zudem Teil der Fachkommission Integrationsfähigkeit, die für die Bundesregierung Empfehlungen zu integrationspolitischen Fragen erarbeitet.
Sigrid Zweygart-Pérez ist langjähriges Mitglied der Seebrücke Heidelberg und arbeitet als Pfarrerin bzw. Seelsorgerin für Flucht und Migration.
Die zivilgesellschaftliche Bewegung „Seebrücke – Schafft sichere Häfen“ setzt sich für die Schaffung sicherer Fluchtwege und sicherer Häfen für Flüchtende ein und stellt sich gegen die Abschottungspolitik Europas und die Kriminalisierung von Seenotrettung. Seit Beginn der Initiative 2018 haben sich deutschlandweit über 100 Städte zu sicheren Häfen erklärt.In Kooperation mit dem Institut für Politische Wissenschaft, Uni HD.
Mit freundlicher Unterstützung der Stadt-Heidelberg-Stiftung

Zur Veranstalterseite geht es hier.


Heidelberg hilft: Sachspenden für Moria

Die verheerenden Brände haben für 13000 Menschen in Moria alles verändert. Das Camp existiert nicht mehr, die Menschen dort haben alles verloren und leben auf der Strasse. Unterstützung haben sie nur von privaten Initiativen und NGOs.

Unser Mitstreiter Daniel Kubirski hat zusammen mit „Heidelberg hilft“ und Stadtrat Waseem Butt eine Spendensammelaktion ins Leben gerufen.

Der Bedarf ist hoch, benötigt werden (ausschließlich!):
Zelte | Isomatten | Schlafsäcke | Decken | Unterwäsche | Socken | Schuhe | Hand-Desinfektion | PVC Planen | Powerbanks

Weitere Informationen auf der Seite: https://www.lichtorte.com/heidelberg-hilft

MITMACHEN, WEITERSAGEN!


Mahnwache für Moria

09.09.2020
19 Uhr
Bismarckplatz Heidelberg

Der Brand in Moria zeigt das Versagen der europäischen und deutschen Politik.

Über 170 Städte und Kommunen sind aufnahmebereit.

Evakuiert endlich die Lager, denn:      WIR HABEN PLATZ!


Seebrücke-Aktionstag am 5.9.2020: „In Deutschland und an den Außengrenzen – Wir lassen niemanden zurück!“

Vorverlegt aufgrund einer zeitlichen Überschneidung am Anatomieplatz!

Anlässlich der bundesweiten Seebrücke-Aktionstage rufen wir zu einer Mahnwache auf

am Sa, den 05.09.2020
von 11:30-14:30 Uhr
auf dem Anatomieplatz in Heidelberg.

Wir stellen uns gemeinsam und entschlossen gegen Rassismus – in Deutschland, genauso wie an den Außengrenzen Deutschlands und Europas!

Lasst uns gemeinsam in vielen Städten die Aufnahmebereitschaft unserer Städte, Bundesländer und der Zivilgesellschaft zeigen. Wir haben Platz für Menschen aus Moria, Vathy und Vial – und noch mehr!

Die Seebrücke ruft gemeinsam mit Welcome United und vielen anderen antirassistischen und migrantischen Initiativen zu Protesten auf. Während in Deutschland Polizeigewalt, Rassismus und Diskriminierung für viele Menschen auf der Tagesordnung steht, müssen Tausende an den Außengrenzen in unmenschlichen Lagern ausharren oder werden in Seenot allein gelassen. Lasst uns gemeinsam während der Aktionstage zeigen, dass wir dieses Unrecht niemals hinnehmen werden, dass wir Platz haben und dass wir weiterhin für gleiche Rechte und eine Zukunft für alle kämpfen!

Unsere Forderung nach sicheren Fluchtwegen und der Aufnahme in Deutschland wird nicht nur von zahlreichen deutschen Städten unterstützt, sondern auch Bundesländer wollen sichere Häfen für geflüchtete Menschen sein! Berlin und Thüringen haben beschlossen, ihrer humanitären Pflicht nachzukommen und auf eigene Faust Menschen aus den griechischen Horrorlagern aufzunehmen. Doch Horst Seehofer verbietet Menschen in Not zu helfen und blockiert die Aufnahme der Länder.

Gemeinsam und zahlreich können wir diese Blockade durchbrechen, denn rassistische Stimmungsmacher wie Seehofer dürfen nicht über das Schicksal der Menschen auf der Flucht entscheiden. Aufnahme jetzt!


Auftakttreffen Bürgerinitiative am 3.9.2020: Kein Neubau des Ankunftszentrums in den Wolfsgärten

Am 18.6. hat der Gemeinderat beschlossen, dass das Ankunftszentrum für Geflüchtete vom derzeitigen Standort im Patrick-Henry-Village (PHV) in die Wolfsgärten verlegt wird. Die Wolfsgärten sind eine kleine Ackerparzelle bei Wieblingen, an allen Seiten umgeben von Autobahnen und einer Bahnlinie.

Wir sind gegen ein Ankunftszentrum in den Wolfsgärten, weil der Ort als vorübergehender und oft erster Wohnort für Menschen, die auf der Flucht eine lebensgefährliche und traumatisierende Odyssee erlebten, ungeeignet und das Gegenteil einer wohlwollenden Aufnahme ist. Deshalb lädt Solidarity City Heidelberg alle Unterstützer*innen ein zu einem

Auftakttreffen am 3.9.
18:30-20:00 Uhr

in der Kurfürstenanlage 58
(Urban Innovation Center Heidelberg, Nähe Hauptbahnhof)

Man kann auch virtuell teilnehmen. Bitte kommt vorbei und unterstützt das Anliegen!

Hier unsere Stellungnahme zur Situation, die so auch an die Fraktionen im Gemeinderat geschickt wurde. Falls Ihr das auch so seht wie wir, unterschreibt und teilt die Petition dazu und teilt das Video!


Antirassistischer Aktionstag der Antifa am Sa, den 29.8.: „Solidarisch aus der Krise!“

Seit Beginn der Corona-Pandemie wird der Begriff „Solidarität“ inflationär von Politiker*innen und Medien bemüht, in deren Wortschatz er früher nie zu finden war. Nur in wenigen Fällen geht es dabei um Themen, die etwas mit seiner eigentlichen Bedeutung zu tun haben, beispielsweise wenn daran appelliert wird, die Bedürfnisse von Menschen aus Hochrisikogruppen zu berücksichtigen.
Echte Solidarität ist gefragt!

Den ausführlichen Ausruf findet Ihr hier.

Die Seebrücke Heidelberg und Solidarity City Heidelberg unterstützen den Aufruf und sind mit einem eigenen Stand zugegen.

Es gab Redebeiträge, Infostände und Kurzvorträge verschiedener Akteur*innen, drei Inputvorträge von jeweils ca. 20 Minuten und ein Antirepressionsspiel:
– 15.00 Uhr „Gipfel der Repression: Prozesse gegen Aktivist*innen nach G20“ (Rote Hilfe HD/MA)
– 16.00 Uhr „Wurzeln im Beton: Kampagne gegen HeidelbergCement“ (Klimakollektiv)
– 16.40 Uhr „Genossin ärgere dich nicht“ – würfelt euch durch die Repressionsangriffe (Rote Hilfe HD/MA)
– 17.15 Uhr „Antifaschismus ist gemeinnützig! Gegen den Entzug der Gemeinnützigkeit“ (VVN-BdA Heidelberg)


Kein Neubau des Ankunftszentrums in den Wolfsgärten

Kommenden Donnerstag, am 18.6., stimmt der Heidelberger Gemeinderat darüber ab, ob das Ankunftszentrum für Geflüchtete vom derzeitigen Standort im Patrick-Henry-Village (PHV) in die Wolfsgärten verlegt wird. Die Wolfsgärten sind eine kleine Ackerparzelle bei Wieblingen, an allen Seiten umgeben von Autobahnen und einer Bahnlinie. Letztes Jahr noch war die Mehrheit im Gemeinderat aus humanitären und ökologischen Gründen dagegen, das Ankunftszentrum in die Wolfsgärten zu verlagern, dieses Jahr scheint es anders auszusehen.

Wir sind gegen ein Ankunftszentrum in den Wolfsgärten, weil der Ort als vorübergehender und oft erster Wohnort für Menschen, die auf der Flucht eine lebensgefährliche und traumatisierende Odyssee erlebten, ungeeignet und das Gegenteil einer wohlwollenden Aufnahme ist.

Hier unsere Stellungnahme zur Situation, die so auch an die Fraktionen im Gemeinderat geschickt wurde.

Falls Ihr das auch so seht wie wir, unterschreibt und teilt die Petition dazu und teilt das Video!

Es wird viel Unterstützung brauchen, um die Verantwortlichen im Gemeinderat nachdenklich zu machen. Die Lage in den Wolfsgärten würde eine ohnehin schon schwierige Situation für Menschen, die in Untätigkeit darauf warten, dass über ihr gesamtes weiteres Leben entschieden wird, noch verschlimmern. Helft mit, dass wir in Heidelberg Geflüchteten einen sicheren Hafen geben!

Weitere Aktionen dazu:

  • Die Initiative „Heidelberg in Bewegung“ (HiB) veranstaltet am
    Montag, den 15.06.2020 ab 18:30 eine online Diskussion
    Kein Ankunftszentrum in Heidelberg? Die Unterbringung von Geflüchteten zwischen Integration und Outsourcing.“
    Achtung: hier hatten wir zunächst ein falsches Datum angegeben, die Veranstaltung ist HEUTE!
    HiB lädt alle Interessierten, Akteur*innen (kommunal-)politischer Vereine und Verbände und Bürger*innen Heidelbergs herzlich dazu ein!
    Geladene Podiumsdiskutant*innen sind Jörn Fuchs, Stadtteilvereinsvorsitzender Kirchheim, Mia Lindemann, Vorsitzende des Asylarbeitskreis sowie Moritz Bellers, Projektleiter der IBA. Die Veranstaltung wird von Malte Schweizerhof moderiert.
    Einwählen können sich alle Interessierten über folgenden Link: https://public.senfcall.de/HiB-Ankunftszentrum-Heidelberg
  • Am Dienstag, 16.06.2020, findet um 18 Uhr am Universitätsplatz Heidelberg eine antirassistische Demo statt.
    Die Demo möchte auf die unerträglichen und menschenunwürdigen Bedingungen in den Lagern an den Außengrenzen der EU aufmerksam machen, und gleichzeitig – zwei Tage vor der anstehenden Entscheidung des Heidelberger Gemeinderats – ein klares „Nein“ zur geplanten Verlegung des Ankunftszentrums in die „Wolfsgärten“ aussprechen.
    Bitte respektiert die coronabedingten Auflagen – haltet einen Sicherheitsabstand von mindestens 1,5 Metern ein und tragt auf der Kundgebung stets eine Mund- und Nasenbedeckung.
  • Außerdem gibt es vor der Abstimmung im Gemeinderat eine Kundgebung
    am Do, den 18.06.2020 um 16 Uhr auf dem Marktplatz in Heidelberg
    mit der Forderung, das Ankunftszentrum im PHV zu belassen. Veranstalter sind der Asylarbeitskreis Heidelberg e.V. und das BAFF – PHV (Bündnis für Ankunftszentrum, Flüchtlinge und Flächenerhalt – PHV). 
    Auch hier gilt: Bitte respektiert die coronabedingten Auflagen – haltet einen Sicherheitsabstand von mindestens 1,5 Metern ein und tragt auf der Kundgebung stets eine Mund- und Nasenbedeckung.

Offener Brief an die Regierung und den Bundestag – mach mit!

Anlässlich der deutschen EU-Ratspräsidentschaft, die am 1. Juli 2020 beginnt, haben wir einen offenen Brief an die Bundeskanzlerin, die Mitglieder der Bundesregierung und die Mitglieder des Bundestags verfasst. Wir fordern sie dazu auf, im Rahmen der EU-Ratspräsidentschaft alles Mögliche zu tun, um das Leid an den EU-Außengrenzen zu beenden und die Asylpolitik endlich menschenwürdig zu gestalten. Zusammen mit der Seebrücke Heidelberg haben auch andere Ortsgruppen der Seebrücke unterzeichnet.

Jetzt brauchen wir Deine Unterstützung, um mehr Druck aufzubauen: Schreib eine E-Mail an die Bundesregierung oder Bundestagsabgeordnete, um das Thema auf die Tagesordnung zu setzen. Du kannst dazu unsere Briefvorlage (siehe unten) nehmen und unterzeichnen, oder selbst etwas schreiben. Zeig ihnen, wie wichtig es ist, jetzt Verantwortung zu übernehmen – sowohl auf nationaler als auch auf EU-Ebene.

Unter dem Link https://www.bundestag.de/abgeordnete  findest Du eine Liste mit allen Bundestagsabgeordneten, die Du nach Bundesland, Partei oder Wahlkreis aufrufen kannst. Du kannst sie entweder per Kontaktformular über den Profilaufruf oder über folgende E-Mail Adresse kontaktieren: vorname.nachname@bundestag.de .

Ein paar Mailadressen, die Du nutzen kannst, haben wir auch schon zusammengestellt.
Die Minister*innen/Ministerien erreichst Du unter:
mail@olafscholz.de, Heiko.maas@bundestag.de, poststelle@bmi.bund.de, Jens.Spahn@bundestag.de, Peter.altmaier@bundestag.de, Christine.lambrecht@bundestag.de, Hubertus.heil@bundestag.de, info@bundeswehr.org, poststelle@bmjv.bund.de, poststelle@auswaertiges-amt.de, poststelle@bmel.bund.de, poststelle@bmfsfj.bund.de, Andreas.scheuer@bundestag.de, buergerinfo@bmvi.bund.de, bmbf@bmbf.bund.de, Anja.karliczek@bundestag.de, Gerd.mueller@bundestag.de, poststelle@bmz.bund.de, Helge.braun@bundestag.de, poststelle@bmu.bund.de
Angela Merkels Adressen sind:
internetpost@bpa.bund.de oder angela.merkel@bundestag.de
Die Bundestagsfraktionen erreichst Du über:
fraktion@cducsu.de, frakmail@spdfraktion.de, dialog@fdpbt.de, fraktion@linksfraktion.de, info@gruene-bundestag.de

Wir zählen auf dich!

Hier ist die Briefvorlage zum Kopieren oder einfach als Anregung für Deine E-Mail. Du kannst Dir das Dokument auch herunterladen: als odt oder docx.

Sehr geehrte Frau Bundeskanzlerin,
sehr geehrte Mitglieder der Bundesregierung,
sehr geehrte Abgeordnete des Deutschen Bundestages,

die aktuellen Geschehnisse um Seenotfälle im Mittelmeer und die Behandlung von Geflüchteten in der Europäischen Union bereiten mir allergrößte Sorge. Daher möchte ich mich dem folgenden Offenen Brief mehrerer Seebücke-Lokalgruppen anlässlich der deutschen EU-Ratspräsidentschaft vollumfänglich anschließen.

Zur Vermeidung weiterer Todesfälle[1] und um zur Rechtsstaatlichkeit in der Europäischen Union zurückzukehren, fordere ich Sie dazu auf, mit allen Ihnen zur Verfügung stehenden Mitteln darauf hinzuwirken, dass:

1. Ein staatliches Seenotrettungsprogramm im Mittelmeer wieder aufgebaut wird.

2. Die private Seenotrettung im Mittelmeer gefördert wird.

3. Blockaden von Schiffen der privaten Seenotrettungsorganisationen sofort gestoppt werden.

4. Legale Fluchtwege nach Europa geschaffen werden.

5. Die Flüchtlingslager auf den ägäischen Inseln unverzüglich aufgelöst werden und die Menschen Zugang zu angemessener medizinischer Versorgung, Bildung und rechtsstaatskonformen Asylverfahren erhalten.

6. Ein funktionierendes System für die zügige Verteilung von geflüchteten Menschen in der EU geschaffen wird.

7. Illegale Push-Backs durch Malta und Griechenland sowie sonstige Rechtsverletzungen im Umgang mit Geflüchteten in der Europäischen Union und an ihren Grenzen untersucht, gerügt und sanktioniert werden.

8. Die Förderung und Zusammenarbeit der Europäischen Union insgesamt und konkret die Kollusion der EU-Grenzschutzagentur Frontex mit der sogenannten „Libyschen Küstenwache“ unverzüglich eingestellt wird.[2],[3]

9. Die Auslagerung öffentlicher Aufgaben im Bereich der Migrationspolitik an Unternehmensberatungen unterbunden wird und vergangene Rechtsverstöße bei entsprechenden Auftragsvergaben lückenlos aufgeklärt und sanktioniert werden.[4]

Ich fordere Sie auf nationaler Ebene auf:

1. Unverzüglich die Aufnahme von im Mittelmeer Geretteten aus Malta und Italien in Deutschland auszubauen und weitere Personen aus den Lagern auf den ägäischen Inseln aufzunehmen.

2. Die Behinderung der Seenotrettungsschiffe durch die Verordnungen von Bundesverkehrsminister Scheuer aufzuheben.[5]

3. Eine deutliche Distanzierung von menschenfeindlichen Mythen wie beispielsweise der rechtspopulistischen Erzählung eines vermeintlichen „Pull-Faktors“ durch Seenotrettung[6] und von menschenfeindlicher Sprache wie beispielsweise der Beschreibung der Rettung aus Lebensgefahr als „Taxi“-Dienst.[7]

4. Die Beteiligung deutscher Einsatzkräfte an rechtswidrigen und das Leben von geflüchteten Menschen gefährdenden Aktivitäten im Rahmen des Frontex-Einsatzes in Griechenland zu untersuchen und jegliche, auch indirekte, Beteiligung deutscher Beamtinnen und Beamten an vergleichbaren Praktiken in Zukunft konsequent zu verhindern.[8]

Schützen Sie das Leben von Geflüchteten an den europäischen Außengrenzen, schützen Sie die Rechtsstaatlichkeit in der Europäischen Union!

————

Seit Jahren werden tausende Menschen in unerträglichen Zuständen in Lagern auf den griechischen Inseln festgehalten. Nicht nur dort ist das Versagen der Europäischen Union und ihrer Mitgliedstaaten offensichtlich: Im zentralen Mittelmeer wurde nicht nur die staatliche Seenotrettung eingestellt, seit Jahren wird auch die private Seenotrettung bis zu einem zeitweise vollständigen Erliegen behindert.

In jüngster Zeit häufen sich rechtswidrige Vorfälle unter Beteiligung der maltesischen Regierung und der maltesischen Streitkräfte. An Ostern verloren zwölf Heranwachsende und junge Männer zwischen 18 und 25 Jahren im Mittelmeer ihr Leben. Die maltesischen Streitkräfte unterließen auf Anweisung des Premierministers Abela und entgegen ihrer Rechtspflicht die rechtzeitige Rettung.[9] Die Namen der Toten lauten Nohom Mehari, Kidus Yohannes, Filmon Habtu, Filmon Desale, Debesay Rusom, Filmon Mengstab, Mogos Tesfamichael, Hdru Yemane, Huruy Yohannes, Omer Seid, Hzqiel Erdom und Teklay Kinfe.[10] Die übrigen an Bord befindlichen Personen wurden illegal nach Libyen geschleppt.[11] Nach jüngsten Berichten betreibt die maltesische Regierung eine heimliche Flotte von Privatschiffen, die für illegale Push-Backs nach Libyen sorgen.[12] Die maltesische Regierung begeht mit erheblicher krimineller Energie eklatante und tödliche Rechtsverletzungen. Dies ist nicht hinnehmbar!

Griechenland verweigert den Geflüchteten in den Camps nicht nur eine angemessene medizinische Behandlung, Zugang zu Bildung und zu ausreichend sauberem Wasser,[13] es setzt jüngsten Berichten zufolge aktiv Geflüchtete in hilfloser Lage auf dem Meer aus und nimmt illegale Push-Backs vor.[14] Deutsche Einsatzkräfte der Bundespolizei, die für Frontex im Einsatz sind, waren an einem Vorfall mutmaßlich indirekt beteiligt.[15]

Italien zieht immer wieder Schiffe privater Seenotrettungsorganisationen unter Vorwänden aus dem Verkehr.[16] Zuletzt wurden die Schiffe Alan Kurdi und Aita Mari jeweils wochenlangan Rettungseinsätzen gehindert.[17]

Malta, Griechenland und Italien handeln nicht nur auf eigene Rechnung. Die Geschehnisse sind vor dem Hintergrund des Versagens der EU-Mitgliedstaaten hinsichtlich einer solidarischen und menschenwürdigen Asylpolitik zu sehen.

Das sogenannte „Malta-Abkommen“, welches die Verteilung von geretteten Geflüchteten aus Malta und Italien auf andere EU-Staaten regelte, wurde etwa in Deutschland durch das Bundesministerium des Innern unter Berufung auf die Coronavirus-Lage zeitweilig ausgesetzt.[18]

Nicht nur die ans Mittelmeer angrenzenden Staaten hindern Rettungsschiffe am Einsatz, auch Deutschland versucht jüngst, die Seenotrettung zu unterbinden: Durch eine kürzlich erlassene Verordnung des Bundesverkehrsministeriums unter Minister Scheuer werden drei Schiffe deutscher Seenotrettungsorganisationen aktuell am Auslaufen gehindert.[19] Dabei ist die Begründung der Sicherheit der Schiffe wohl vorgeschoben. Wie Bundesinnenminister Seehofer freimütig zugab, habe er den Verkehrsminister selbst gebeten, in der Angelegenheit tätig zu werden. Es solle keinen „Taxi“-Dienst geben.[20]

Der Deutsche Bundestag hat zudem am 7. Mai 2020 mit den Stimmen von CDU/CSU, SPD und FDP der Beteiligung der Bundeswehr an der EU-Mission Eunavfor med Irini im Mittelmeer zugestimmt.[21] Nicht nur spielt die Seenotrettung eine nur nachgeordnete Rolle in der Mission, es ist darüber hinaus ausdrücklich von einem sogenannten „Pull-Faktor“ in dem beschlossenen Antrag die Rede, der eine zeitweise Suspendierung der Mission ermöglichen soll.[22] Ein „Pull-Faktor“ durch Seenotrettung ist mehrfach widerlegt worden.[23] Diesen Begriff in einen Zusammenhang mit Seenotrettungsaktivitäten zu stellen, ist eine Übernahme des Narrativs der extremen Rechten in Deutschland und Europa. Dieser Begriff ist Teil einer rechten Kampagne gegen die Seenotrettung im Mittelmeer.

Seit 2014 sind 20.000 Menschen im Mittelmeer gestorben, das Mittelmeer ist die tödlichste Grenze der Welt.[24],[25] Ich bin entsetzt, dass die Abgeordneten der Fraktionen CDU/CSU, SPD und FDP sich diese menschenfeindliche Erzählung zu Eigen machen.

Sprache ist verräterisch, wir dürfen und wollen uns nicht daran gewöhnen, dass dies als zulässige Form der Auseinandersetzung dargestellt wird. Niemand hat das Recht, andere Menschen in einer solchen Weise abzuwerten und zu entmenschlichen.[26]

Die Geltung von Recht und die Achtung für jedes Menschenleben dürfen in Deutschland und in der Europäischen Union nicht zum Luxus verkommen.

Mit freundlichen Grüßen

[Name]
[ggfs. Ort]

[1] Von 2014 bis 2020 sind im Mittelmeer etwa 20.000 Personen gestorben, siehe: https://www.statista.com/statistics/1082077/deaths-of-migrants-in-the-mediterranean-sea/. Das Mittelmeer ist die „tödlichste Grenze der Welt“, es werden zunehmende Fluchtbewegungen befürchtet, https://www.spiegel.de/politik/ausland/libyen-interner-eu-bericht-warnt-vor-neuer-fluechtlingskrise-a-58df3b30-95c2-456e-8251-fb956b744ea1.
[2] Siehe zur Luftaufklärung, die Frontex für die sog. „Libysche Küstenwache“ betreibt: https://netzpolitik.org/2020/im-blindflug-gegen-das-voelkerrecht/.
[3] Die EU finanziert ein menschenunwürdige Flüchtlingslager in Libyen mit, um Menschen von der Flucht nach Europa abzuhalten, siehe: https://www.tagesschau.de/investigativ/panorama/fluechtlingslager-libyen-105.html.
[4] Die Unternehmensberatung McKinsey soll im Zusammenhang mit dem „EU-Türkei-Deal“ unter Umgehung des Vergaberechts einen Auftrag in Millionenhöhe von der EU-Kommission bzw. des Unterstützungsdiensts für Strukturreformen (SSSR) der Kommission erhalten haben, siehe: https://www.spiegel.de/politik/ausland/mckinsey-wie-die-unternehmensberatung-beim-fluechtlingspakt-mit-der-tuerkei-abkassierte-a-26daf863-f713-4465-a3af-928ae7929fb1. In Deutschland war ebenfalls u.a. McKinsey an einer fragwürdigen Beratung des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge beteiligt, siehe: https://www.augsburger-allgemeine.de/politik/Millionenzahlungen-Was-hat-McKinsey-beim-Bamf-gemacht-id51295066.html.
[5] Das Bundesverkehrsministerium hat Verordnungen für die Schifffahrt geändert und hindert damit mehrere Schiffe deutscher Seenotrettungsorganisationen am Einsatz, siehe https://www.spiegel.de/politik/deutschland/seenotrettung-im-mittelmeer-organisationen-werfen-andreas-scheuer-verhinderung-von-einsaetzen-vor-a-710ecc95-03ef-4f47-aab8-ada02f4527c3.
[6] Bundestags-Drucksache 19/18734, abrufbar unter: www.dip21.bundestag.de/dip21/btd/19/187/1918734.pdf.
[7] So Bundesinnenminister Horst Seehofer kürzlich, siehe: https://www.tagesschau.de/investigativ/hsb/seenotrettung-143.html.
[8] Die griechische Küstenwache setzt jüngsten Berichten zufolge aktiv Geflüchtete in hilfloser Lage auf dem Meer aus und nimmt illegale Push-Backs vor. Deutsche Einsatzkräfte der Bundespolizei, die für Frontex im Einsatz sind, waren mutmaßlich indirekt beteiligt, siehe: https://www.swr.de/report/brutales-vorgehen-gegen-fluechtlinge-wie-die-griechische-kuestenwache-menschen-in-seenot-bringt/text-des-beitrags-brutales-vorgehen-gegen-fluechtlinge-wie-die-griechische-kuestenwache-menschen-in-seenot-bringt/-/id=233454/did=25275232/mpdid=25299500/nid=233454/1guu4js/index.html .
[9] Details siehe Anhang.
[10] The faces and names of a migration tragedy, Times of Malta, 29. April 2020, abrufbar unter: www.timesofmalta.com/articles/view/the-faces-and-names-of-a-migration-tragedy.788723.
[11] Details siehe Anhang.
[12] Details siehe Anhang.
[13] Siehe diverse Berichte zu den Zuständen in den griechischen Lagern, etwa https://www.proasyl.de/news/albtraum-moria/.
[14] https://www.spiegel.de/politik/ausland/griechenland-setzt-offenbar-fluechtlinge-auf-dem-meer-aus-a-14b5cf26-df90-4838-83c0-f5a2d6bdd7b9, https://www.tagesschau.de/investigativ/report-mainz/griechenland-kuestenwache-fluechtlinge-101.html.
[15] https://www.swr.de/report/brutales-vorgehen-gegen-fluechtlinge-wie-die-griechische-kuestenwache-menschen-in-seenot-bringt/text-des-beitrags-brutales-vorgehen-gegen-fluechtlinge-wie-die-griechische-kuestenwache-menschen-in-seenot-bringt/-/id=233454/did=25275232/mpdid=25299500/nid=233454/1guu4js/index.html.
[16] Italien setzt auch Spanisches Rettungsschiff fest, T-Online, 07. Mai 2020, abrufbar unter: www.t-online.de/nachrichten/ausland/krisen/id_87834180/nach-alan-kurdi-italien-setzt-auch-spanisches-rettungsschiff-aita-mari-fest.html
[17] https://www.domradio.de/themen/menschenrechte/2020-06-27/mehrere-schiffe-wieder-frei-private-seenotrettung-geht-weiter.
[18] https://www.dw.com/de/seehofer-wir-nehmen-wieder-migranten-auf/a-53755821.
[19] Zuvor hatte das Verkehrsministerium bereits durch eine Klage versucht, Rettungsschiffe festzusetzen, war damit jedoch gescheitert. https://www.zeit.de/gesellschaft/2020-06/seenotrettung-im-mittelmeer-gefluechtete-scheuer-verkehrsministerium-verhinderung-von-einsaetzen.
[20] https://www.tagesschau.de/investigativ/hsb/seenotrettung-143.html
[21] Bundestag stimmt Bundeswehr­einsatz im Mittelmeer zu, Deutscher Bundestag, abrufbar unter: https://www.bundestag.de/dokumente/textarchiv/2020/kw19-de-bundeswehr-eunavfor-med-irini-692682.
[22] „Darüber hinaus kann ein Mitgliedstaat veranlassen, dass der Operationskommandeur die Schiffe aus einem Teilbereich für maximal acht Tage zurückzieht und das PSK über einen sogenannten migrationsbezogenen „Pull Faktor“ entscheiden muss.“, Bundestags-Drucksache 19/18734, abrufbar unter: www.dip21.bundestag.de/dip21/btd/19/187/1918734.pdf.
[23] Der Mythos vom Pull-Faktor – Ein Gastbeitrag von Matteo Villa, Zeit Online, 26. Februar 2020, abrufbar unter: www.zeit.de/politik/ausland/2020-02/seenotrettung-operation-sophia-eu-italien-fluechtlinge.
[24] International Organization for Migration (Missing Migrants Project ), zitiert nach statista, abrufbar unter: https://de.statista.com/statistik/daten/studie/892249/umfrage/im-mittelmeer-ertrunkenen-fluechtlinge/.
[25] EU warnt vor neuer Flüchtlingskrise, Spiegel Online, 01. Februar 2020, abrufbar unter: www.spiegel.de/politik/ausland/libyen-interner-eu-bericht-warnt-vor-neuer-fluechtlingskrise-a-58df3b30-95c2-456e-8251-fb956b744ea1.
[26] Angelehnt an: https://www.bmi.bund.de/SharedDocs/pressemitteilungen/DE/2020/06/erklaerung-taz.html;jsessionid=A629FC132066522D6BE5F44436ECD680.2_cid373.


23. Mai 2020: Kundgebung auf dem Universitätsplatz

15:00 – 16:00 Uhr
Universitätsplatz Heidelberg

Corona ist tödlich – besonders für diejenigen, die sich nicht davor schützen können. In den Lagern auf den griechischen Inseln sind geflüchtete Menschen diesem tödlichen Virus weiterhin auf engstem Raum ausgeliefert. Seit Wochen fordern bundesweit zehntausende Menschen die sofortige Evakuierung der griechischen Lager, um eine humanitäre Katastrophe zu verhindern.
Am 23. Mai werden wir diese Stimmen wieder bündeln und gemeinsam in Deutschland und Europa zeigen: Die Menschen in den europäischen Lagern gehören hierher – #LeaveNoOneBehind !

Während über 150 Städte sich in Deutschland aufnahmebereit erklärt haben, holte die Bundesregierung kürzlich gerade einmal 47 Minderjährige aus dem Lager Moria auf Lesbos nach Deutschland. Ein Staat, der in kürzester Zeit 200.000 deutsche Tourist*innen zurückholen und 80.000 Erntehelfer*innen für die Rettung des deutschen Spargels einfliegen kann, zeigt deutlich seine Prioritäten: Das Leben der Geflüchteten ist ihm nichts wert.

47 Menschen aufzunehmen ist ein peinlicher Versuch, das nationale Gewissen reinzuwaschen. Für mehrere Zehntausend Menschen ändert es aber nichts: Sie sind dem Virus in Lagern und Sammelunterkünften schutzlos ausgeliefert – ob in Griechenland, auf dem Balkan oder in deutschen Massenunterkünften, in denen der empfohlene Mindestabstand und die Hygienevorschriften zu einer Farce werden. 

Dieses vorsätzliche Versagen der Bundesregierung und der EU nehmen wir nicht hin. Wir lassen uns mit 47 aufgenommenen Menschen nicht ruhig stellen. Unser Protest endet erst, wenn alle Menschen in Sicherheit sind. 

Vor dem Hintergrund der katastrophalen Situation in Griechenland und der Untätigkeit und Ignoranz der europäischen Regierungen plant der Verbund der Seebrücken BW auf die politisch Verantwortlichen zu zugehen, um ein Landesaufnahmeprogramm (LAP) des Landes Baden-Württemberg auf den Weg zu bringen.
Das LAP soll die Möglichkeit schaffen mehr Menschen aus den griechischen Lagern zu evakuieren um ihnen ein Leben in Würde zu ermöglichen.

Es ist wichtiger denn je, dass das Thema weiterhin sichtbar bleibt. Deshalb findet am 23. Mai von 15:00 – 16:00 Uhr auf dem Uniplatz in Heidelberg eine Kundgebung statt.

Nutzt zudem #LeaveNoOneBehind und #EvacuateNow im Netz, um eurer Kreativität freien Lauf zu lassen.

Wir bleiben laut, bis alle Lager evakuiert wurden!
#LeaveNoOneBehind #EvacuateNow #BWNimmtAuf #LAPBWjetzt


Kundgebungen „Corona kennt keine Grenzen“ am Do, den 14.05.2020

Die Situation in den völlig überfüllten Lagern auf den griechischen Inseln ist schon unter „normalen“ Bedingungen eine Katastrophe – viel zu wenig Wasserstellen und Sanitärbereiche, kaum eine Abfallentsorgung, insbesondere für Kinder völlig unzureichende Zeltunterbringungen. In einer Pandemiesituation sind die Zustände um ein Vielfaches beklemmender. Wir fordern: die Menschen müssen JETZT evakuiert werden!

Deshalb planen wir am Donnerstag, den 14.05.2020 Kundgebungen an 3 Orten:
um 16 Uhr starten wir am Friedrich-Ebert-Platz, fahren von dort (einzeln) mit dem Fahrrad oder dem ÖPNV zum Wilhelmsplatz in der Weststadt und von dort aus zum Fußgänger-/Radweg am Rande der Bahnstadt.

Wir wollen an den verschiedenen Orten mit großen Transparenten und Plakaten sichtbar sein und es wird auch Redebeiträge und ggfs. Musik geben.

Alle Teilnehmenden müssen zu jeder Zeit 1,5 m Abstand halten und Mundschutz
tragen.
Wir werden einige Mundschutze vorhalten, bitten aber darum, schon mit Mundschutz zu kommen!

Meldet Euch gerne bei uns, wenn Ihr kommen möchtet, insbesondere mit einer größeren Gruppe, das erleichtert uns die Organisation der Corona-Maßnahmen.

Für alle, die uns am Wilhelmsplatz verpassen: der Standort der letzten Kundgebung ist auf den Schwetzinger Terrassen, in der Nähe der Rehovotstrasse, nicht weit vom Gadamerplatz. Haltet einfach Ausschau nach den orangenen Schildern 🙂

Kommt zahlreich, bringt Transparente und Plakate mit und sagt es allen weiter!


Zweite Online-Demo am 19. April 2020

Die Situation in den griechischen Lagern ist leider unverändert schlecht. Durch COVID-19 sind die Menschen einer weiteren, lebensbedrohlichen Gefahr ausgesetzt. Alles, was wir hier zum Schutz vor dem Virus tun können – wie Social Distancing oder regelmäßiges Händewaschen – ist in den Lagern unmöglich und #StayAtHome ist nur für jene möglich, die auch ein zu Hause haben!

Macht mit uns auf die unwürdige Situation aufmerksam und unsere Forderungen rund um #LeaveNoOneBehind im Stadtbild sichtbar. Verteilt zum Beispiel Plakate, hängt Banner aus euren Fenstern, schreibt mit Kreide auf die Straße, … – eurer Kreativität sind keine Grenzen gesetzt.

Schickt uns eure Fotos an info (at) seebruecke-heidelberg.de, dann können wir sie auf der Webseite, auf Facebook, Twitter und Instagram veröffentlichen.

Wenn ihr die Fotos auch an online-events (at) seebruecke.org schickt, können sie Teil der Online-Demo der Bundesseebrücke am 19.04.2020 um 16 Uhr werden.


Wir hinterlassen Spuren – 05.04.2020

Am Sonntag, dem 05.04.2020, wollen wir ein Zeichen setzen: am Palmsonntag, dem Beginn der Karwoche, soll der Garten an der Christuskirche in der Weststadt zu einem sichtbaren Apell werden: Holt die Menschen da raus!
Deswegen rufen wir Euch dazu auf, ein Paar Eurer Schuhe zusammen mit einer Botschaft in den Garten zu stellen, am

So., den 5. April 2020
zwischen 11 und 17 Uhr
im Garten der Christuskirche
Zähringerstraße 26, 69115 Heidelberg.

Achtet dabei unbedingt darauf, die Corona-Schutzmaßnahmen und Abstandsregeln einzuhalten!
Die Schuhe können nach 17 Uhr bis 18:30 Uhr wieder abgeholt werden, übriggebliebene Schuhe werden (je nach Zustand) gespendet oder entsorgt. In Einzelfällen kann ggfs. eine individuelle spätere Abholung vereinbart werden, sprecht in dem Fall die Aktionsbetreuer*innen vor Ort darauf an.

Wir werden die Aktion fotografisch dokumentieren und als Botschaft nach Berlin schicken. Die Aktion findet in Zusammenarbeit mit der Evangelischen Kirche Heidelberg statt und ist Teil des bundesweiten Aktionstags unter dem #LeaveNoOneBehind.
Weitere Informationen und Mitveranstalter gibt es hier: https://seebruecke.org/leavenoonebehind/

Mit der Aktion am Sonntag wollen wir eine Möglichkeit schaffen, unter den gegenwärtigen Bedingungen im öffentlichen Raum sichtbar Protest zu äußern. Wenn wir nicht gemeinsam protestieren können, möchten wir trotzdem deutlich machen, dass es viele Menschen gibt, die gerade angesichts der Gefahr des Corona-Virus die Evakuierung der griechischen Lager fordern. Es geht dabei nicht darum, dass wir das Ansteckungsrisiko für uns und unsere Nachbar*innen erhöhen oder prinzipiell die Schutzmaßnahmen anzweifeln, sondern dass wir ein Zeichen für die Ausweitung der Solidarität gerade auf die gefährdetsten Menschen setzen.

#leavenoonebehind #wirhabenplatz #wirhinterlassenspuren

Bilder der Aktion findet ihr in unserer Fotogalerie.


Seebrücken-Demo „Keine Akzeptanz für Rassismus“ -> Aktion „Schuhe posten“ (fortlaufend auch nach dem 28. März)

Aufgrund der Corona-Situation ist die Durchführung einer analogen Aktion, die für den 28. März geplant war, nicht möglich.

Um dennoch Flagge zu zeigen, rufen wir dazu auf, Bilder von einem Paar Eurer Schuhe zu posten, die gerne mit Euch bei der Demo gestanden wären, beschriftet/dekoriert mit #leavenoonebehind und sonstigen Sprüchen, Schildern, Bannern, Bildern oder Plakaten, die Eure Meinung zur Situation ausdrücken! Zum Beispiel so:

Markiert im Post bitte die Seebrücke Heidelberg, ggf. mit Hinweis auf die Petition: http://leavenoonebehind.de/ .

Ihr könnt diese Bilder ab sofort, nicht erst am 28., unter Eurem Facebook-, Twitter- oder Instagramm Accounts posten. Und/oder Ihr schickt sie uns an info (at) seebruecke-heidelberg.de mit einem entsprechenden Hinweis im Betreff, dann posten wir sie über unsere Konten.

Außerdem schickt uns die Bilder mit einem Namen dazu bitte auch an info (at) seebruecke-heidelberg.de für unsere Webseite! Der Name muss nicht Euer richtiger Name sein, ein Alias (wie Ihr schon immer gerne mal heißen wolltet) reicht. Es soll nur andeuten, dass hinter dem Bild eine reale Person steht. Wir werden alle Posts dort zusammenstellen und in der Fotogalerie oder einer eigenen Präsentation veröffentlichen. Zu gegebener Zeit werden wir diese Zusammenstellung auch an öffentliche Stellen weiterleiten.

Unterstützt mit diesen Bildern doch auch weitere Aktionen zu #LeaveNoOneBehind/Griechische Lager jetzt evakuieren ! Auf der Seite findet Ihr viele Anregungen, wie die Bilder noch genutzt werden können.
Und vergesst nicht den Seebrücken-Aktionstag am 31. März, dem internationalen Tag gegen Rassismus! Infos dazu stehen weiter unten auf dieser Seite.

Solidarität kennt keine Grenzen!
#LeaveNoOneBehind
#WirhabenPlatz
#savethem
#grenzentöten

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Hier der ursprüngliche Demo-Aufruf:

Keine Akzeptanz für Rassismus – weder in Heidelberg noch weltweit!
Für Seenotrettung, sichere Fluchtrouten und eine Welt, in der niemand fliehen muss.

2019 sind wieder mehr als 1000 Menschen im Mittelmeer bei ihrer Flucht nach Europa ertrunken. Noch viel mehr starben auf dem Weg zum Mittelmeer beim Versuch die Sahara zu durchqueren. Wer es ans Mittelmeer schafft wird von EU-finanzierten libyschen Milizen, die sich selbst libysche Küstenwache nennen in Folterlagern interniert.

Die Regierungen Europas stützen diese Zustände und tragen dafür Verantwortung. Nicht mehr als der Pass oder das Herkunftsland entscheiden für sie de facto über den Wert eines Menschenlebens.

Doch wir, die Menschen Europas, werden uns damit niemals abfinden. Wir gehen deshalb zum Ende der Internationalen Wochen gegen Rassismus gemeinsam auf die Straße um zu zeigen, dass wir uns diesen rassistischen Zuständen verweigern!


#LeaveNoOneBehind-Kampagne

Auch angesichts der aktuellen Corona-Situation spitzt sich die Lage an den europäischen Außengrenzen weiter zu. Die Situation in den überfüllten Lagern ist katastrophal, es fehlt an allem: von medizinischer Hilfe bis zu hygienischer Grundversorgung. Gefangen und isoliert auf den Inseln sind die Menschen der Pandemie schutzlos ausgeliefert. Denn Schutzmaßnahmen, die auf dem europäischen Festland getroffen werden, sind dort schlicht unmöglich.

Eindrücklich schildert dies auch unser Mitglied Daniel Kubirski, der 2019 für die Hilfsorganisation Mare Liberum auf einer Beobachtungsmission in der Ägäis war und in dieser Zeit auch Moria besucht hat, im Interview mit der RNZ.

Wir wollen niemanden zurücklassen. Wir müssen sofort die Menschen aus den Lagern evakuieren. Wenn die EU und die Regierungen jetzt nicht handeln, wird die schon jetzt herrschende Katastrophe viele weitere Menschenleben kosten.

Ein Video von Erik Marquardt zur Situation und zur Kampagne:
https://twitter.com/erikmarquardt/status/1239987826848038912?s=21

Wie könnt ihr unterstützen?

Viele weitere Hintergrundinformationen, Aktionsideen und Material findet Ihr auf der Webseite der Bundesseebrücke zum Thema: https://seebruecke.org/leave-no-one-behind/

Eine weitere Idee:

Auch wenn wir momentan nicht auf die Straße können, um laut und sichtbar zu sein, können wir trotzdem was tun. Wir packen’s an ruft dringend auf:
Chios braucht Mundschutze!
🧵 Könnt Ihr nähen? 🧵 Dann könnt Ihr helfen und Behelfsmundschutze für geflüchtete Menschen im Lager auf Chios nähen, denn dort fehlt es an allem, um die Ansteckungsgefahr zu reduzieren. Bei SewSimple findet Ihr eine tolle und kostenfreie Anleitung: http://sewsimple.de/produkt/schnittmuster-mundschutz . Ihr könnt die Befestigung an den Ohren auch wie hier beschrieben ausführen, dann kann man sie hinter dem Kopf verknoten.

✂️ Ihr könnt nicht nähen? ✂️ Dann könnt Ihr auch helfen, indem Ihr Geld für Nähmaterialien vor Ort spendet.

Schickt die Masken an:
Wir packen’s an e.V.
Frankfurter Strasse Ausbau 24
16259 Bad Freienwalde

Spendet Geld an:
Wir packen’s an e.V.
GLS Bank
IBAN DE03 4306 0967 1059 2396 00
Stichwort „Corona“
Betterplace: http://bit.ly/Spende_Corona
PayPal: http://bit.ly/Spende-hier


Dringend: Emails schicken an Seehofer/Merkel/von der Leyen/Johansson, zur Corona-Situation in den Lagern

Eine Mitstreiterin hat heute Mails geschickt an

Schliesst Euch an! Hier die Mailtexte, benutzt die Texte gerne oder schreibt eigene. Ihr könnt das natürlich auch an alle anderen Politiker schicken, die Euch einfallen.

Deutsch: (in dem Fall an von der Leyen)

Sehr geehrter Frau Präsidentin,
sehr geehrte Damen und Herren,

ich möchte Sie dringlichst bitten, für eine Evakuierung der EU-Hotspots auf den griechischen Inseln (Lesbos, Chios, etc.) zu sorgen oder alternativ alles daranzusetzen, eine medizinische Versorgung auf den Inseln sicherzustellen.
Mit der zu befürchtenden Ausbreitung des Coronavirus auch in den Camps naht dort eine Katastrophe unbeschreiblichen Ausmaßes. Laut des deutschen Robert Koch Instituts (SARS-CoV-2 Steckbrief zur Coronavirus-Krankheit-2019 (COVID-19)) mussten in China bis zu 26 % der Erkrankten intensivmedizinisch behandelt werden. Auf den griechischen Inseln gibt es praktisch keine medizinische Versorgung. Angesichts dessen und der hohen Infektiosität sowie der hygienischen Gegebenheiten ist ohne schnelles und beherztes Einschreiten allein auf Lesbos mit Tausenden Toten zu rechnen.
Dies, während in Deutschland und weiteren EU-Mitgliedstaaten permanent die Aufnahmebereitschaft durch unzählige Kommunen und Zivilgesellschaft erklärt wird. Ihnen bietet sich die praktische Möglichkeit zur Verhinderung, es scheitert nur am politischen Wollen.

Sie dürfen eine solche Katastrophe auf den griechischen Inseln unter unser aller Augen nicht zulassen!

Mit freundlichen Grüßen
[Unterschrift]

Englisch (an Johansson):

Dear Commissioner Johansson,

I urge you to ensure that the EU hotspots on the Greek islands (Lesvos, Chios, etc.) are evacuated or, alternatively, to do everything possible to ensure that medical care is available on the islands.
With the spread of the coronavirus to be feared in the camps, a disaster of indescribable proportions is approaching. According to the German Robert Koch Institute (SARS-CoV-2 Profile of Coronavirus Disease-2019 (COVID-19)), up to 26% of the sick in China had to be treated with intensive care. There is practically no medical care on the Greek islands. In view of these circumstances, the high infectivity and the hygienic conditions, thousands of deaths are to be expected on Lesvos alone without quick and courageous intervention.
In Germany and other EU member states the readiness to take in refugees is permanently declared by countless communities and civil society. A possibility to prevent a catastrophe is given, until now it only fails due to the lack of political will.

You must not allow such a catastrophe on the Greek islands to happen!
Thank you.

Yours faithfully,
[Unterschrift]


Seebrücken-Aktion am internationalen Tag gegen Rassismus – 21. März 2020

Wir rufen dazu auf, am internationalen Tag gegen Rassismus mit Transparenten, Stoff, Kerzen oder anderen Symbolen unsere Solidarität zu zeigen und schließen uns damit einer bundesweiten Aktion an.

Dekoriert eure Fassade, euren Balkon, euer Fenster. Zeigt eure Solidarität mit allen, die kein Zuhause haben, mit allen, die von Rassismus betroffen sind. Lasst uns deutlich machen, dass wir auch in solch einer schweren Krise Empathie und Mitgefühl mit denen hochhalten, die der Virus am härtesten trifft.

Aktiv gegen den Zustand der Lethargie und für die Solidarität: Schmückt eure Wohnung, euer Haus und postet Bilder davon unter: #LeaveNoOneBehind und #grenzentöten.
Ihr kennt andere Wege, eure Solidarität kreativ zu zeigen? Nur zu, jede Form des Protests ist gut und wichtig!

Viele weitere Aktionsideen und Hintergrundinformationen zur Aktion findet Ihr auf der Seite der Bundesseebrücke: https://seebruecke.org/leave-no-one-behind/


Helft mit: Brief an den Innenminister zur Lage in Griechenland

Mimycri aus Berlin hat einen offenen Brief an unseren Innenminister gestartet, den Organisationen und öffentliche Personen gerne mitzeichnen sollen (Kontakt steht im nächsten Abschnitt). Hier findet Ihr Den Text dazu.
Außerdem gibt es eine Vorlage, die jeder von uns persönlich an Horst Seehofer schicken kann: ladet Euch dazu entweder die Vorlage herunter und verschickt die selbst (hier gibt es diese als odt und hier als docx). Oder zeichnet bei Vera von Mimycri mit (Kontakt steht im nächsten Abschnitt). Den Text zum Anschauen im Browser gibt es hier als pdf.

Kontakt zum Mitzeichnen:

Meldet Euch als Organisation entweder bei der Seebrücke Heidelberg ( heidelberg (at) seebruecke.org ) oder direkt bei Vera von Mimycri per Facebook. Einzelpersonen die Mitzeichnen wollen kontaktieren Vera am besten auch direkt über Facebook. Wenn Ihr das nicht wollt, verschickt den Brief selbst – viel Protestpapier in Seehofers Briefkasten macht sich immer gut – oder meldet Euch bei uns.

Der Aufruf von Mimycri:

Wir sind betroffen und schockiert über die aktuelle Lage in Griechenland. 

Jetzt kommt es wirklich darauf an, wer wir als Europäer*innen sein wollen. Wir von mimycri wollen solidarisch mit den Menschen sein, die ihre Heimat verlassen und fliehen mussten. 

Deshalb haben wir einen Brief an unseren Innenminister geschrieben (anbei), mit der Bitte, sein Einvernehmen zu geben, dass die über 100 Städte, Gemeinden und Kommunen, die sich bereit erklärt haben, besonders Schutzbedürftige aufzunehmen, dies endlich auch tun können.

Je mehr bekannte Menschen, Organisationen und Unternehmen diesen Brief unterzeichnen, desto wahrscheinlicher ist es, dass er sein Einvernehmen gibt.


Wenn ihr Euch also auch solidarisch zeigen wollt, könnt ihr uns bis

— spätestens Montag, den 9. März 2020 —

Bescheid geben, dann setzen wir Euch auf die Liste der Unterzeichner*innen. 


Kundgebung zu aktuellen Ereignissen auf den griechischen Inseln

Die Rede von Daniel Kubirski auf der Kundgebung könnt Ihr hier nachlesen.

Die Ereignisse auf den griechischen Inseln überschlagen sich. Mit Gewalt hält das #EU-Mitglied #Griechenland Geflüchtete ab, das Land zu betreten und Asylanträge zu stellen. Es gibt Berichte über Schusswaffeneinsatz und unterlassene Hilfeleistung durch die griechische Küstenwache. Es gibt Übergriffe auf Journalist*innen und Helfer*innen. Das alles, während 140 deutsche Kommunen sich zur Aufnahme bereiterklärt haben.


Vortrag/Erfahrungsbericht „Werterhalt – mit der Mare Liberum in der Ägäis“, am Do, den 27. Februar 2020

Ein Vortrag mit Daniel Kubirski zu Flucht und Abschottung an Europas Außengrenzen, mit anschließender Diskussion.

Ort: Café Leitstelle im Dezernat 16, Heidelberg Bergheim
Zeit: Do, 27.02.2019, 19:00 – 21:30 Uhr

Im Oktober begleitete Daniel Kubirski eine Beobachtungsmission auf der Mare Liberum in der östlichen Ägäis im Mitelmeerraum. Über 70.000 Menschen gelang im vergangenen Jahr die Flucht nach Griechenland, aber sehr viele starben hier oder wurden gegen geltendes Recht zurück in die Türkei geschickt.

Seit dem Angriff der Türkei auf die Kurden in Rojava, Nordsyrien verschärft sich die Lage erneut und erhöht den Druck auf Küstenwachen und die Aufnahmelager auf den Inseln Lesbos, Chios und Samos.

Vortrag mit anschließender Diskussion: Welche Möglichkeiten haben wir in Heidelberg? Ankunftszentrum, freiwillige Aufnahme, Solidarity City?

Gastgeber: Die LINKE – Fraktion im Heidelberger Gemeinderat und Mare Liberum.


Demo „Für Demokratie und Gerechtigkeit in Togo“ am Sa, den 15. Februar 2020

Das Netzwerk der Togoischen Diaspora ruft zur Demonstation für Demokratie und Gerechtigkeit in Togo und gegen die Zerstörung der Umwelt durch den Kalk- und Phosphatabbau in Togo auf. Den Aufruf unterstützen wir!

Treffpunkt: 13 Uhr am Hauptbahnhof

Weitere Stationen sind Bismarckplatz und Universitätsplatz, die Abschlusskundgebung findet am Adenauerplatz statt.

Heidelberg wurde ausgewählt, weil HeidelbergCement einer der größten Investoren ist und maßgeblichen ökonomischen Einfluss in Togo hat.

Verlierer des Phosphatabbaus sind die Menschen, Tiere und die Natur. Das abgebaute Erz wird mit Salzwasser aus dem Atlantik gewaschen und in diesen wieder zurück geleitet. Das Wasser an der Westküste ist gelb gefärbt, die Strände ebenfalls. Die eingeleitete Brühe der Mine zerstört das maritime Ökosystems. Der erlaubte Phosphatgehalt pro Liter Wasser wird um ein Vielfaches überschritten. Fische und Meerestiere sind mit Blei und Cadmium verseucht. Um die Umweltverschmutzung zu stoppen bräuchte es eine Sanierung der Fabrik und eine Wasseraufbereitungsanlage. Doch Vorschläge werden von Togos Behörden abgeblockt. Und so frisst sich der umweltzerstörende Tagebau vorwärts und verseucht weiterhin die Umwelt. Eine Entschädigung an die vom Tagebau betroffenen Menschen gibt es scheinbar nicht.

Weitere Infos zur Demo gibt es hier bei Aktion Bleiberecht.


#WirHabenPlatz – Aktionstag der Seebrücke am 08.02.2020

Schon viel zu lange sitzen Kinder, Jugendliche, Familien und Einzelpersonen in überfüllten Lagern auf griechischen Inseln fest. Die Lebensbedingungen in diesen Lagern sind unmenschlich: Es gibt kaum Infrastruktur, Menschen müssen in bitterer Kälte draußen schlafen – ohne jeglichen Schutz. Mehr als 40.000 Menschen werden in diesen Lagern festgehalten, darunter auch über 4.000 unbegleitete minderjährige Menschen.

Dutzende Kommunen und Bundesländer in ganz Deutschland sagen: Wir haben Platz und wollen Kinder und Jugendliche  aus griechischen Lagern aufnehmen. Doch Innenminister Seehofer blockiert – und die Kinder können nicht nach Deutschland kommen. 

Wir sagen, es ist Zeit für Druck auf der Straße! JETZT ist die Zeit gekommen, den Widerstand des Bundesinnenministeriums zu brechen und tatsächlich Menschen aus den Lagern nach Deutschland zu evakuieren! 

Deshalb fordern wir am 08. Februar 2020 gemeinsam:

  • Unbegleitete minderjährige geflüchtete Menschen sofort aus den griechischen Lagern evakuieren!
  • Blockade des Innenministers beenden: Kommunen und Ländern müssen zusätzliche Menschen eigenständig aufnehmen dürfen! 

Wir rufen auf zu einem dezentralen Aktionstag mit Kundgebungen vor den Büros der Bundestagsabgeordneten der Regierungsparteien CDU, CSU und SPD!
Macht Lärm, ladet die Presse ein, schafft öffentliche Aufmerksamkeit und macht es in der ganzen Stadt bekannt: Wir wollen aufnehmen – unsere Abgeordneten sind jetzt dafür verantwortlich, die Blockade des Innenministers zu beenden und die Aufnahme der Kinder zu ermöglichen!
Schon zwei Tage nach unserem Aktionstag fahren alle Abgeordneten zur Sitzungswoche des Bundestages! Machen wir genug Druck, geben sie ihn direkt in Berlin an Seehofer weiter – so könnten wir ihn zum Handeln zwingen!

Die Aktion unterstützen könnt Ihr im Heidelberger Umfeld hier:


22.12.2019

Liebe Brückenbauer,
heute ist der 4 Advent, in 2 Tagen feiern wir Weihnachten, das Jahr und auch ein Jahrzehnt geht zu ende. Wir blicken auf ein ereignisreiches Jahr zurück – im Guten wie auch im Schlechten.
Viele schlimme Nachrichten erreichten uns, über Menschen die uns und Europa nicht erreichten. Von denen die uns berichten können, erfuhren wir viel über die Zustände in libyschen Gefängnislagern, über Menschenhandel, Folter und Abgründe die jede Vorstellungskraft sprengten. Über das Sterben nicht nur auf dem Meer, sondern auch auf dem Weg dorthin, und sogar über das Sterben innerhalb unserer Grenzen.
Alles ist inzwischen mit einer unmenschlichen Effizienz bewacht und verriegelt, eine Vision die man z.B. in dem Film „Der Marsch“ von 1990 noch für Science Fiction hielt, wurde weitgehend Wirklichkeit.
Retter wurden kriminalisiert, angeklagt, Schiffe festgesetzt und beschlagnahmt. Aber für die Menschen in Not und Gefahr übernimmt niemand die Verantwortung.
Doch schauen wir auf die guten Ereignisse:
Es gibt inzwischen 120 Städte die sich zum sicheren Hafen erklärten, unter ihnen sind Bündnisse und Vernetzungen entstanden, die daran arbeiten die Kernforderung der Seebrücke praktisch werden zu lassen. Wir hatten viele Veranstaltungen, Demos, Infostände, Film- und Diskussionsabende, Vorträge, eine Soliparty. Über einen bewegenden Gottesdienst konnten wir etwa 1200 € für die Alan Kurdi mobilisieren, insgesamt haben wir in Heidelberg über 2500 € gesammelt, die wir an verschiedene Organisationen weitergegeben haben.
Das alles war ohne das Engagement vieler, aber auch ohne die Unterstützung von nochmal so vielen nicht möglich gewesen. Die Heidelberger Kirchen, Stadträte und auch der Oberbürgermeister haben sich für unsere Anliegen eingesetzt. Dafür sagen wir DANKE ! Auch geht ein Danke an jede/n der/die unsere Aktionen besucht, und damit bereichert hat.

Jeder kann etwas geben, und neben materiellen Dingen, wie einer warmen Decke für Menschen in Moria, gibt es etwas das jeder von euch schenken kann: Emphatie, Solidarität und Menschlichkeit. Solange wir Begleiter wie euch haben sehen wir zuversichtlich ins neue Jahr. Wir verneigen uns vor dieser Unterstützung und machen weiter, mit euch.
Ein frohes Fest, wie immer ihr das feiert,
DANKE !

Bild: Daniel Kubirski / Lichtorte

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